Gunas – Die drei Eigenschaften im Yoga

Hast du schon einmal etwas den Begriff „Gunas“ gehört? Wenn du dich ein wenig mit Yoga beschäftigst, dann wirst du diesen Begriff bestimmt schon einmal gehört haben. Hast du denn auch schon mal hinterfragt, was genau dieser Begriff bedeutet? Falls nicht, dann haben wir dir im Folgenden nun alles über die Gunas zusammengefasst.

Menschliche Charakterzüge

Als Gunas werden im alten Sanskrit die menschlichen Eigenschaften beschrieben. Diese sind natürlich bei jedem Menschen vorhanden, jedoch in völlig unterschiedlichen Ausprägungen. Das erste Mal wurde in Indien etwa 400 v.Chr. von den sogenannten Gunas gesprochen. Diese stammen aus der sogenannten Samkhya-Philosophie, einem philosophisches System, dass großen Einfluss auf die philosophische Entwicklung Indiens nahm.  Es gibt insgesamt 3 Gunas, die wir dir nun im Folgenden einmal vorstellen möchten.

Sattva

Als Sattva wird das Guna bezeichnet, das vor allem für Harmonie und Güte steht. Sattva wird als das wichtigste Guna angesehen, weil es laut Glaube zum göttlichen führt. Dieses Guna soll den Menschen vor allem Weisheit verleihen und die innere Ruhe stärken.

 Ranjas

Das zweite Guna wird als sogenanntes Ranjas bezeichnet. Dieses Guna steht für die Energie, die Leidenschaft und den Drang. Dieses Guna steuert aber auch die Emotionen wie zum Beispiel Neid, Haß oder Trieb. Daher ist es bei dieser Eigenschaft besonders wichtig, einen Ausgleich zu finden. Nur dann kann dieses Guna uns stärken.

Tamas

Das dritte und letzte Guna ist das sogenannte Tamas. Dieses Guna steht vor allem für die Trägheit und Zurückhaltung aber auch für das Dunkle. Dieser Charakterzug wirkt vor allem hemmend und verunsichernd.

Im Yoga ist es daher wichtig, alle drei Gunas auszugleichen und die Balance zwischen den Eigenschaften zu finden. Vor allem Meditationsübungen helfen, diesen Ausgleich zu erreichen. Aber auch die Ernährung übernimmt dahingehend eine wichtige Rolle. Denn die Ernährung basiert auf den 3 Gunas und soll im besten Fall die Gedanken in einen harmonischen Zustand bringen. Jedes Lebensmittel wird einem Guna und der damit  verbundenen Eigenschaft zugeordnet. Daher werden Lebensmittel in die drei Gruppen unterteilt.

Sattwige Nahrung – Diese Nahrung beschreibt die reine und leichte Nahrung

Unter sattwige Nahrung gehören Lebensmittel wie zum Beispiel Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide oder auch Obst. Ebenfalls Getränke wie zum Beispiel Wasser oder Kräutertee gehören zu der sattwigen Ernährung. Pro Tag sollte man etwa fünf Portionen aus dieser Nahrungsgruppe zu sich nehmen.

Rajastige Nahrung – Die rajastige Nahrung beschreibt vor allem die anregende Nahrung

Rajastige Nahrungsmittel machen den Körper und Geist unruhig. Lebensmittel und Getränke wie zum Beispiel Kaffee, schwarzer Tee, Weißbrot oder auch Eier gehören dieser Nahrungsgruppe an. Weil diese Nahrungsmittel eher für Unruhe sorgen, sollte man den Verzehr dieser Lebensmittel auf ein Minimum beschränken.

Tamastige Nahrung – Die tamastige Nahrung beschreibt vor allem schwere Nahrung

Zu guter Letzt gibt es noch die tamastige Nahrung. Auf Nahrungsmittel dieser Gruppe sollte im besten Fall komplett verzichtet werden. Dazu gehören Lebensmittel wie Fleisch, Zwiebeln und auch Essig. In der yogischen Küche wird kein Fleisch und kein Fisch verzehrt. Das Schlachten eines Tieres steht im Widerspruch zu den Zielen, die man mit Yoga verfolgt. Denn mit dem Schlachten des Tieres ist immer ein Gewaltakt verbunden und Gewalt passt nicht in die Yoga-Philosophie. Daher verzichtet man in einer yogischen Ernährung auf Fisch und Fleisch.

Die Gunas helfen dir, in deinem Alltag die innere Mitte und Ruhe zu finden. Auch die Ernährung und die drei Nahrungsgruppen können als gute Orientierung dienen. Sie helfen dir, dich richtig, ausgewogen und gesund zu ernähren. Mit den drei Gunas wirst du dich besser fühlen und dein Körperbewusstsein verbessern und stärken.

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