Alternative Ernährungsformen – Vegetarismus und Veganismus

Wir haben Dir vor gut einem Monat einen Blogbeitrag präsentiert, welcher sich mit den wichtigsten alternativen Ernährungsformen befasste und die fünf gängigsten vorstellte. Selbstverständlich zählt der Vegetarismus und Veganismus dazu. Nun möchten wir Dir zeigen, wie sehr die vegetarischen und veganen Produkte sich in den letzten Jahren weiterentwickelt haben und wie sie boomen. Hierzu stellen wir Dir im folgenden Blogbeitrag die wichtigsten Daten und Fakten zum vegetarischen und veganen Trend vor.

Vegetarismus und Veganismus in Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es gegenwärtig ca. acht Millionen Vegetarierinnen und Vegetarier. Bei einem Bevölkerungsvolumen von ca. 80 Millionen Menschen, entspricht dies einem Anteil von 10%. Es ist davon auszugehen, dass etwa 1-2% der deutschen Bevölkerung sich rein pflanzlich, also vegan, ernähren. Damit reiht sich Deutschland in ein globales Phänomen ein. Die Anzahl der vegan-vegetarisch lebenden Menschen wird weltweit auf 1 Milliarde geschätzt, was einem Anteil ca. 14% der Weltbevölkerung entspricht.

Seit einigen Jahren wird der Markt für vegane und vegetarische Lebensmittel maßgeblich von deutschen Händlern bestimmt. Aus unserem Land stammen mehr vegane Produktneuheiten, als aus jedem andern Land der Welt. Das Marktforschungsunternehmen Mintel fand heraus, dass im Zeitraum zwischen Juli 2017 und Juni 2018 15% der weltweit neuen veganen Produkte aus Deutschland stammten.

Acht Prozent der Lebensmittel- und Getränkeneueinführungen unseres Landes sind als vegetarisch gekennzeichnet, 14% sogar als vegan.

Top 10 Länder mit dem höchsten Anteil an globalen veganen Lebensmitteleinführungen

Betrachtet man den Zeitraum von Juli 2013 bis Juni 2018, so lässt sich feststellen, dass vegane Produkteinführungen sich in diesem Abschnitt verdreifacht haben.

Vegane Restaurants auf dem Vormarsch

Längst ist der Trend zur fleischfreien oder rein pflanzlichen Ernährung auch in der Gastronomieszene angekommen. In Deutschland kristallisiert sich die Bundeshauptstadt klar als Epizentrum der veganen Gastronomie heraus. Mehr als 85 rein vegane Restaurants und Cafés sind in Berlin lokalisiert. An zweiter Stelle liegt München mit nicht mal 30 rein pflanzlichen Essensstätten. Auf Bundesebene verzeichnete Deutschland 2017 einen Anstieg der veganen Gastronomiebetriebe um 5%.

Als führender Guide für Veggie-Restaurants listet HappyCow mehr als 6.700 vegane und vegan freundliche Locations in Deutschland.  Weltweit wird seit Jahren ein konstantes Wachstum an rein veganen und vegetarischen Restaurants verzeichnet.

Vegane Kochbücher ganz oben auf der Wunschliste

Weil immer mehr Menschen das Bedürfnis verspüren auch Zuhause die vegane und vegetarische Kochkunst auszuleben, ist das Angebot für entsprechende Kochbücher seit 2010 explodiert. Während im Jahre 2010 nur 3 vegane Kochbücher veröffentlicht wurden, waren es 2015 bereits 119, 2016 sogar 211.  Mittlerweile hat sich das Angebot an veganen und vegetarischen Kochbüchern in den letzten Jahren vervielfacht. Von Ratgebern für den Einstieg in die pflanzliche Kochkunst bis hin zu Rezeptsammlungen für absolute Profis ist alles dabei.

Vegane Lebensmittel

Beweggründe für ein fleischfreies Leben

Ob aus gesundheitlichen, ökologischen, ethischen & moralischen oder aus religiösen Gründen – die Beweggründe für eine rein pflanzliche oder zumindest fleischfreie Ernährung sind sehr vielfältiger Natur.

Gesünder Leben – Einer Studie der Londoner School of Hygiene and Tropical Medicine zufolge, haben Vegetarier ein um 40 Prozent niedrigeres Krebsrisiko. Zudem haben Vegetarier einen niedrigeren Blutdruck und bessere Blutfettwerte.  

Ökologische Beweggründe – Für die Erzeugung von 100 Kalorien Fleisch müssen 1000 Kalorien Getreide hergestellt und verfüttert werden. Essen wir also eine Portion Fleisch, nehmen wir genau so viel Anbaufläche in Anspruch, als würden wir zehn Portionen Getreide essen. Jeder Deutsche konsumiert im Durchschnitt etwa 60 Kilogramm Fleisch im Jahr. Etwa 98 Prozent der deutschen Fleischproduktion stammt aus Massentierhaltung. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ist die Massentierhaltung für 15% der ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich und trägt somit direkt zur globalen Erderwärmung bei.

Ethische & moralische Beweggründe – Tiertransporte, Käfighaltung, Schlachtungen, Massentierhaltung. Um nur die Spitze des Eisbergs zu nennen. Mit all diesen Begriffen verbinden wir heutzutage, nicht zuletzt aufgrund aufschlussreicher Dokumentationen, erschreckende Bilder. Auf globaler Ebene werden jährlich 20 Milliarden Geflügel- sowie zwei Milliarden Stall- und Weidetiere getötet, die den Menschen als Nahrungsgrundlage dienen.

Fazit

Vegetarismus und Veganismus eröffnen eine gänzlich neue Lebensweise – die, so lässt sich abschließend festhalten, mit vielen Vorzügen verbunden ist.

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