Alternative Ernährung: was ist das? Und wie kannst Du sie nutzen?

Gesund Leben – leichter gesagt als getan. Wer nachhaltig einem gesunden Lebensstil nachgehen möchte, der sollte nicht nur den Griff zum alkoholischen Genussgetränk und zu Glimmstängeln vermeiden, eine ausgewogene gesunde Ernährung ist das zentrale Bindeglied zwischen einem gesunden Kopf und einem gesunden Körper. „Nimm fünf am Tag!“, lautet eine der zehn Regeln für gutes Essen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Heißt: Fünf Portionen Gemüse oder Obst jeden Tag – am besten frisch, kurz gegart oder als Saft.

Längst nicht jeder kann sich den Luxus von frischem Obst und Gemüse leisten. Tiefkühlkost und Fertiggerichte prägen die Kassenlaufbände der Bundesrepublik. Und das, obwohl eine gesunde und ausgewogene Ernährung das Leben um Jahre verlängert, wie die Weltgesundheitsorganisation betont. Wir haben uns überlegt, Dir ausgewählte alternative Ernährungsformen vorzustellen. Im folgenden Blogbeitrag geben wir Dir zum Einstieg eine Übersicht, über 5 der bekanntesten alternativen Ernährungsformen, gefolgt von detaillierten Beiträgen, zu den einzelnen Möglichkeiten, in den nächsten Wochen.

Die Motive zur Wahl einer alternativen Ernährungsform sind vielfältig. Neben gesundheitlichen Aspekten spielen ökologische-ökonomische, ethisch-moralische, religiös-spirituelle oder philosophische Motive eine große Rolle.

Junge Frau spiegelt ungesunde und alternative Ernährung wieder

Vegetarismus

Die bekannteste und am weitesten verbreitete alternative Ernährungsform ist der Vegetarismus, laut neuesten Erkenntnissen führen knapp ein zehntel aller Deutschen ein vegetarisches Leben. Sie verzichten mindestens auf Lebensmittel vom getöteten, bestimmte Formen auch auf Erzeugnisse vom lebenden Tier.

Lakto-Ovo-Vegetarier verzichten zwar auf Fleisch und Fisch, verzehren dafür aber Milch, Milchprodukte und Eier. Ovo-Vegetarier verzichten auf Milch. Lakto-Vegetarier verzichten auf Eier.

Den zentralen Baustein der vegetarischen Ernährung bilden pflanzliche Lebensmittel. Vegetarier müssen also stets auf eine möglichst vielfältige Lebensmittelauswahl achten, um die Versorgung mit Nährstoffen sicherzustellen.

 

Veganismus

Veganer meiden jegliche vom Tier stammende Produkte, also zum Beispiel auch Milchprodukte, Eier und Honig. Extrem strenge Veganer verzichten sogar in ihrem Alltagsleben auf Produkte tierischen Ursprungs, etwa bei Kleidung und Kosmetik.

Ein wichtiges Augenmerk müssen Veganer auf die Aufnahme von Eiweiß, Eisen, Kalzium und Jod legen, damit es nicht zu einer Unterversorgung kommt. Grundsätzlich sind fundierte Kenntnisse über Lebensmittel und Ernährung immens wichtig für eine dauerhaft vegane Ernährung.

 

Vollwerternährung

Achtung Verwechslungsgefahr: hiermit ist nicht die vollwertige Ernährung nach den Prinzipien der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) gemeint. Der Begriff der Vollwerternährung, geprägt von den Ernährungswissenschaftlern Leitzmann, Koerber und Männle und beruht auf folgenden sieben Grundsätzen:

 

  1. Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel
  2. Wenig verarbeitete Lebensmittel, wenn verarbeitet dann nur geringfügig
  3. Genussvolle und bekömmliche Speisen
  4. Ökologisch erzeugte Lebensmittel
  5. Überwiegend regionale und saisonale Produkte
  6. Umweltverträglich verpackte Produkte
  7. Fair gehandelte Lebensmittel

Der geringfügige Verarbeitungsgrad der Lebensmittel sorgt dafür, dass die Nährstoffe der Nahrung weitgehend erhalten bleiben. Ernährungsphysiologisch eignet sich die Vollwerternährung als Dauerkost.

 

Rohkost

Rohköstler, auch als „new vegans“ bezeichnet, sind Menschen, die bei Ihrer Ernährung auf das Erhitzen von Nahrung verzichten. Je nach verfolgtem Prinzip, werden auch Lebensmittel in den Ernährungsplan aufgenommen, die verfahrensbedingt erhöhten Temperaturen ausgesetzt wurden, wie zum Beispiel Öle oder Honig. Das Prinzip, welches Rohköstler verfolgen, basiert auf der Tatsache, dass der Vitamingehalt pflanzlicher Lebensmittel in rohem Zustand am höchsten ist.

Offensichtliche Vorzüge der Rohkost-Ernährung sind die reichliche Aufnahme von Vitaminen, Ballast- und zusätzlichen Pflanzenstoffen. Zusätzlich ist eine Umsetzung für jeden möglich, da keine Kochkünste erforderlich sind.

 

Ayurvedische Ernährung

Die Ayurvedische Ernährung kennzeichnet sich einerseits durch die Zuordnung von Lebensmitteln entsprechend ihrer speziellen körperlich-psychisch-seelischen Veranlagung (nach den Lebensprinzipien „Vata, Pitta, Kapha“).

Andererseits wird die Wirkung der Nahrung, auf die einzelnen Organe des Menschen, berücksichtigt. Ayurvedische Ernährung setzt ihren Schwerpunkt auf eine pflanzenbetonte Nahrung und die stark gesundheitsfördernde Wirkung von Gewürzen und Kräutern. Gekochte Speisen werden rohen gegenüber vorgezogen.

 

Low Carb

Der Grundsatz der Low Carb Ernährung liegt im Wesentlichen in der starken Einschränkung von Kohlenhydraten. Sollten sie mal verzehrt werden, dann vor allem als Vollkornprodukte. Ein ebenso wichtiger Aspekt dieser Ernährungsform ist die Reduktion der Zuckerzunahme.

Vorzugsweise werden Eiweiße und Fette konsumiert, wobei auf gesunde Fette wie Olivenöl, Nüsse, Lachs oder Avocado präferiert werden.

Obst und Gemüse spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Auch Milchprodukte, Fisch und Fleisch stehen auf dem Ernährungsplan. Die Aufnahme von viel Wasser ist essenziell bei dieser Ernährungsform.

 

Fazit

Alternative Ernährungsformen sind sehr vielseitig. Und vor allem grundlegend verschieden. Allerdings verfolgen sie alle ein übergeordnetes Ziel: den bewussteren Umgang mit Lebensmitteln. Das alte deutsche Sprichwort „Du bist, was Du isst.“, unterstreicht seine Daseinsberechtigung. Vielleicht können wir auch Dich im Laufe dieser Serie dazu überzeugen mal eine alternative Essensform auszuprobieren? Oder bist Du bereits Experte auf diesem Gebiet und hast schon die ein oder andere Erfahrung gemacht?

Sei Dir sicher, es ist niemals zu spät für eine Veränderung!

 

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