Back to the roots – Wie Barfußlaufen gegen Rückenschmerzen hilft

Mittlerweile lassen sich immer mehr Barfuß-Läufer entdecken – egal ob im Park, beim Schlendern durch die Stadt oder beim Einsteigen in Bus oder Bahn. Der Trend, der anfangs noch oft belächelt und der Hippie-Kultur zugeschrieben wurde, hat im Laufe der letzten Jahre doch sehr viel Aufmerksamkeit bekommen. Viele Anhänger der Befreiung der Füße sprechen sich für die Vorteile aus und predigen eine positive Wirkung auf die Gesundheit. Doch was ist tatsächlich dran am Barfußlaufen, und kann es vielleicht sogar Rückenschmerzen bekämpfen?

Nackte Füße in der Natur

Es liegt in unserer Natur

Evolutionstechnisch gesehen liegt es uns theoretisch im Blut, barfuß zu laufen. Denn unsere frühen Vorfahren hatten schließlich noch kein Schuhwerk. Ohne Zweifel bieten vernünftige Schuhe uns natürlich Schutz vor Wind und Wetter oder Verletzungen an den Füßen. Auf der anderen Seite sind im Laufe der Jahrzehnte auch einige Probleme oder Krankheiten aufgetaucht, die auf falsches oder einfach ungünstiges Schuhwerk zurückgeführt werden können. Welche Vorteile kann das Barfußlaufen also nun konkret bringen?

 

Die Nachteile von Schuhen

Trotz der vorteilhaften Schutzfunktion von Schuhen lassen sich genauso einige Nachteile aufzeigen. Zum Beispiel werden durch die vorgegebene Form des Schuhs die individuellen Gangbewegungen beeinflusst. Vor allem die spezifischen Fußhaltungen und -bewegungen beim Schleichen, Sprinten oder Springen werden durch die Treter behindert. Ein natürlicher Laufstil ist nachgewiesenermaßen gesund. Der BVOU (Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie) hat herausgefunden, dass Neugeborene fast nie unter Fehlstellungen leiden. Menschen, die viel barfuß laufen, bekommen seltener Probleme oder gar Krankheiten. Das liegt unter anderem daran, dass Schuhe den Zehenbereich einengen und den Belastungsschwerpunkt verlagern. Dies wiederum wirkt sich auf die Muskeln und Bänder der Füße sowie Beine – und letztendlich auch auf die Rückengesundheit aus. Besonders hohe Schuhe haben den zusätzlichen Nachteil, dass sie die Wadenmuskulatur verkürzen.

 

Die Vorteile des schuhfreien Lebens

Der natürliche Laufstil beim Barfußlaufen ist eine gute Maßnahme gegen Deformationen der Füße. Außerdem bietet das schuhfreie Leben eine bessere Belastung und Balance, weil es die optimalen natürlichen Gangbewegungen nicht manipuliert. Du setzt beim Gehen eher mit dem Mittelfuß als mit der Ferse auf, und reduzierst damit den Aufprall. Zudem entstehen Rückenprobleme nicht selten durch Ausweichbewegungen bei schwacher Muskulatur, was zu Dysbalancen und Schmerzen führt. Die gestärkte Fußmuskulatur durch Laufen ohne Schuhwerk wirkt wie ein Stoßdämpfer für die Wirbelsäule und gibt ihr zusätzlichen Halt. Auf lange Sicht verbessert Barfußlaufen somit auch die Körperhaltung.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Füße automatisch eine Fußreflexzonenmassage erhalten – vor allem bei natürlichen Untergründen wie Wald oder Wiese. Dies fördert Achtsamkeit, Gelassenheit, Verdauung und das Herz-Kreislauf-System. Nun gibt es die häufige Annahme, dass man durch Barfußlaufen schneller krank wird. Bei langsam steigender Intensität des „Trainings“ sieht es jedoch genau anders herum aus. Die Füße härten ab und das Immunsystem wird gestärkt: Ganz nach Kneipp’s Motto: „Kältereiz ist Lebensreiz.“ Und auch vor Hornhaut, Pilzerkrankungen oder Schweißfüßen brauchst Du keine Angst zu haben. Hornhaut kommt nur von Reibung und Feuchtigkeit und auch Pilze benötigen ein feuchtes und warmes Milieu. Beides ist beim Barfuß laufen nicht gegeben, hier herrscht trockene und gute Belüftung. Es hat jedoch nicht nur körperliche Vorteile, seinen Füßen mal etwas mehr Luft zu gönnen. Alloway et al. fanden in einer Studie im Jahr 2016 heraus, dass das Arbeitsgedächtnis durch Barfußlaufen verbessert wurde. Diejenigen Probanden, die einen Parkour ohne Schuhe durchliefen, waren achtsamer und hatten daher höhere kognitive Leistungen als die Kontrollgruppe mit Schuhen.

 

Fazit

Wie Du siehst, bietet das Barfußlaufen einige Vorteile für Deinen Körper und Geist. Zudem ist es unkompliziert und mit keinerlei Kosten verbunden. Du solltest jedoch unbedingt darauf achten, es langsam angehen zu lassen, wenn Du den neuen Trend selbst einmal ausprobieren möchtest. Du kannst zum Beispiel anfangen, erst nur drinnen barfuß zu laufen. Danach kannst Du dein Barfuß-Gebiet auf Wälder und Parks ausweiten und letztendlich sogar bestimmte Sportarten ohne Schuhe praktizieren.

Tipp zum Schluss:

Um Deine Fußmuskulatur zu stärken, kannst Du TOEGA praktizieren. Hierbei handelt es sich um Yogaübungen für die Zehen, welche Überbelastung und Schmerzen vorbeugen.

 

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